In einem einzigen Jahrhundert wurde der Weizenanbau von über 60 000 Landrassen auf ein paar Dutzend Hochertragssorten reduziert. Reste der verschwundenen Weizenlandrassen lagern eingefroren und nummeriert in Samenbanken. Rohmaterial für Experimente. Jenseits von seiner konkreten Bestimmung hat damit der Weizen als Verkörperung von Reichtum und Herrschaft im Geldzeichen und in der Computernummer seine höchste Abstraktion erreicht.
Von den in den Kühlräumen der Genbanken gelagerten Weizenrassen sind die hier gezeigten Ähren nur ein kleiner Bruchteil. Durch die Fotografien von Ursula Schulz-Dornburg werden sie unseren Sinnen wieder zugänglich gemacht. Sie sind Erkennungszeichen auf dem Weg zu einer verschütteten Erinnerung an die vor dem Siegeszug der Monokulturen vorhandene Vorstellung von Mannigfaltigkeit und Fruchtbarkeit.
Text: Peter Kammerer
Berlin - Uferhallen 03.09.-10.10.2010
Westwendischer Kunstverein Wendland 24.10.2010-05.03.2011
Umweltbundesamt + Bauhaus Dessau 23.03.- 29.04.2011
Neuer Kunstverein Pfaffenhofen a.d. Ilm, Stadt Neuburg an der Donau, Ingolstadt 14.05.13. 06.2011
Bremen: Wasserturm, Schwankhalle, Arbeitnehmerkammer 02.07.-28.08.2011
Hamburg: Virginia Haus | Überseequartier | HafenCity 10.09.-30.10.2011
Indien | Mumbai: 4.|11. Februar- 10. März 2012
Äthiopien | Addis Abeba: 04. Mai - 24. Mai 2012
Peking | Iberia Center of Contemporary Art: 05.August - 14. September 2012
Sao Paulo | Galeria Marta Traba: 22.02.-07.04.2013